
Förderung rechenschwacher Kinder im Rahmen des offenen Ganztags an einigen Grundschulen
Die von Schulpsychologische Initiativen (SCHUPSI e.V.) initiierten Fördergruppen sollen Kindern mit einer Rechenstörung innerhalb eines Schulhalbjahres helfen, den Anschluss an die Klasse zu gewinnen. Diese Initiative wurde von der Stadt Bielefeld finanziell unterstützt, damit rechenschwache Kinder nachmittags an ihrer Grundschule eine spezialisierte Förderung erhalten können. Durchgeführt wird die Kleingruppenförderung von Grundschullehrkräften, die am Institut für die Didaktik der Mathematik eine wissenschaftlich fundierte Fortbildung erhalten haben. Die Förderung, an der i. d. R. vier Kinder teilnehmen, findet wöchentlich 90 Minuten lang statt. Unsere Zielgruppe sind Grundschulkinder meistens aus 3. Klassen, bei denen sich zählendes Rechnen verfestigt hat. An die Vorkenntnisse der Kinder anknüpfend werden a) die Entwicklung mentaler Strukturen aus Handlungen am Material unterstützt b) erfolgreiche Strategien des Kopfrechnens bei Additions- und Subtraktionsaufgaben vermittelt. Flankierende Maßnahmen sind z.B. schnelles Zahlerfassen und Verinnerlichung der Zahlzerlegungen.
Ein Projekt von SchuPsI,
das nunmehr im
zweiten Jahr
läuft, beinhaltet die Förderung von
lese-rechtschreibschwachen
Schülern in sogenannten LRS-Gruppen. Die Förderung
erfolgt
vorwiegend mit
den Materialien der Münsteraner Rechtschreibanalyse. Die
Schüler werden in kleinen Gruppen
zu viert von einer Studentin bzw. einem Studenten eine Zeitstunde pro
Woche
betreut. Dies erfolgt auf der Basis von
Honorartätigkeit, finanziert durch die Eltern der
Schüler
sowie von
SchuPsI.
Je
ausgeprägter die Lese-Rechtschreibschwäche der
Schüler
ist, desto intensivere Unterstützung
brauchen diese, um effektiv mit dem Material umzugehen.
Die Studierenden haben fachliche
Kenntnisse zur
LRS-Problematik in ihren jeweiligen Studienfächern erworben.
Sie
werden durch
Hospitationen mit anschließenden
Auswertungsgesprächen in der
Regionalen
Schulberatungsstelle mit den spezifischen
Eigenheiten des
Materials der Münsteraner Rechtschreibanalyse vertraut
gemacht.
Auch die Fragen des
didaktischen Einsatzes
bei den Schülern werden dabei analysiert. Bei der sich
anschließenden
selbständigen
Gruppenleitertätigkeit in Bielefelder Schulen werden sie von
einer
Mitarbeiterin der Regionalen
Schulberatungsstelle
professionell beraten und unterstützt. Im
Moment
bezieht das Projekt sechs
Grundschulen und je zwei Real- und Gesamtschulen ein.
Derzeit wird mit der Fakultät
Erziehungswissenschaften der Universität Bielefeld ein
Kooperations-Projekt vorbereitet,
in dessen Rahmen der Ausbildungsanteil für jene
Lehramtsstudierenden
sichergestellt wrid, welche im kommenden Schuljahr im Rahmen eines
verpflichtenden Ausbildungsmoduls
"erziehungswissenschaftliche Fallstudie" LRS-Fördergruppen an
den Schulen
betreuen werden.
Förderung des Leseverständnisses („Lesemax“)
Mit diesem Training - orientiert an den Techniken des reziprokalen Lehrens und Lernens - soll Kindern geholfen werden, ihre Sinnentnahme von Texten zu verbessern. Im Prozess eines Modell-Lernens werden durch die Abfolge der Schritte des Zusammenfassens, des Klärens unbekannter Begriffe, des Erkennens wesentlicher Aussagen und der Vorhersage zukünftigen Geschehens Metafähigkeiten zum Lesen erworben werden. Dies soll den Kindern über die Trainingssituation hinaus helfen, (schulische) Texte, hier wiederum in erster Linie Sachtexte inhaltlich angemessen zu strukturieren und zu verstehen. Die Förderung in Gruppen von maximal 4 Kindern findet bei 2 Trainingseinheiten pro Woche über einen Zeitraum von mindestens 10 Wochen statt. Sie wird evaluiert durch einen Leseverständnistest jeweils am Anfang und Ende des Trainingszeitraums. Zur Zeit ist eine Bielefelder Realschule in dieses Projekt eingebunden.
Lese- und Lernpatenschaften
SchuPsI sucht jederzeit engagierte Menschen, die Bielefelder Schülerinnen und Schülern vor Ort in den Schulen helfend zur Seite stehen. Dazu drei Beispiele:
Frau
Catherine B. hat seit
einiger Zeit eine Lernpatenschaft für eine kleine Gruppe
von Sechstklässlern der Realschule
Jöllenbeck
übernommen. Sie hilft ihnen im Rahmen
des Förderbandes ihr Englisch zu
verbessern und so den Übergang von der
Erprobungsstufe
in
die Mittelstufe der Realschule
erfolgreich zu
bewältigen.
Frau
Katarina K. unterstützt
einen Erstklässler an der Grundschule Dornberg. Sie steht ihm
im Unterricht zur Seite und hält
ihn an, an dem
ihm gestellten Aufgaben zu arbeiten. Dieses
Kind würde
sonst ganz schnell von seiner Arbeit abschweifen und den Anschluss
verlieren.
Frau
Antje E. hat sich in das
Angebot der Offenen Ganztagsschule der
Eichendorff-Grundschule einbinden lassen. Sie
wirkt dort sowohl als Lesepatin für Einzelkinder als
auch
als Anbieterin eines
Spielkreises, der Schülerinnen und Schülern das
Einhalten von Regeln
vermitteln hilft.
Auch wenn diese ehrenamtlichen Einsätze sich an den Möglichkeiten der Paten orientieren und daher zeitlich sehr begrenzt sind, werden sie von den Schulen und Kindern sehr willkommen geheißen. Vielleicht sehen auch Sie eine Möglichkeit, diese Hilfe vor Ort mit Ihrem Einsatz zu ergänzen.
Therapeutisches Reiten
Mit Beginn des Schuljahres 2011/12 startet SchuPsI ein neues Projekt. Mit Unterstützung der Martini Stiftung kann an der Brackweder Realschule im Rahmen des Ganztagsangebotes eine Gruppe zum therapeutischen Reiten aufgebaut werden. Schülerinnen und Schüler lernen dabei, sich auf das Pferd als Lehrmeister einzustellen, auf die Regungen und Wünsche des Tieres zu achten. Da immer zwei SchülerInnen einem Kleinpferd zugeordnet sind, verbessert sich somit auch das Miteinander zwischen den Kindern.

Supervision
Supervision ist eine berufsbezogene Beratung und Weiterbildung. Dabei
geht es um die Betrachtung der Arbeitsbeziehungen in all ihren Facetten
(z.B. zu Schülern, Eltern, Kolleginnen und Kollegen oder zur
Schulleitung).
Ziel der Supervision ist es, neue Erkenntnis- und Verstehensprozesse über den Berufsalltag sowie sich daraus entwickelnde ressourcenorientierte Handlungsmöglichkeiten zu vermitteln.
Bei der Arbeit wird von eigenen Erfahrungen bzw. Fällen ausgegangen. Die Teilnahme an der Gruppensupervision setzt daher die Bereitschaft voraus, solche Fälle einzubringen. Die Sitzungen finden in einem geschützten und vertraulichen Rahmen statt.
Vorgesehen sind sechs Sitzungen im Schulhalbjahr 2010/2011mit einer jeweiligen Dauer von 90 Minuten. Eine Fortsetzung ist möglich. Die Gruppengröße soll die Zahl von 8 Teilnehmerinnen/Teilnehmern nicht übersteigen. Die Kosten pro Sitzung betragen für jede/n Teilnehmende/n 12 Euro. Die Einnahmen aus der Supervision dienen der Finanzierung weiterer Aktivitäten von SchuPsI.
Supervisor: Wolfgang Hoffmann, Supervisor (DGSV / Deutsche Gesellschaft für Supervision e.V.)
Erster Termin: nach Vereinbarung (s. Telefonkontakt)
weitere Termine werden mit der Gruppe vereinbart.
Ort: Oberstufenkolleg, Hauptkonferenzraum
Anmeldung bei: Wolfgang Hoffmann, tel: 0521/101018
Supervisor:
Dr.
Michael Schräder, tel. 0521/88 29 09
Vorträge zu ADHS
(Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung)
Schulen könne sich an SchuPsI wenden, um einen kostenlosen Vortrag zum Thema ADHS zu arrangieren. Referentin ist unser Mitglied, Frau Dr. Dorothea Böhm.